Die Geschichte des Volksparkstadions!
Das Volksparkstadion wurde in den 1950er Jahren errichtet. Trümmer aus dem erst vor kurzem vergangenen Krieg wurde aufgeschüttet, und der bereits vorhandene Sportplatz in Hamburg-Bahrenfeld um eine Tribüne erweitert. Die Gegengerade bestand aus schlichten Holzbänken, in den Kurven gab es Stehplätze. So bot das Volksparkstadion rund 70.000 Zuschauern Platz. Es war, wie damals üblich, kein reines Fußballstadion. Es gab eine Laufbahn mit acht Bahnen, zunächst mit dem üblichen Aschebelag, und es fanden vor allem Leichtathletikveranstaltungen wie Polizeisportfeste, Deutsche Meisterschaften u.ä. statt..
Der HSV nutzte das Volksparkstadion schon vor Bestehen der Bundesliga als Heimplatz, spielte jedoch gelegentlich auch noch am Rothenbaum, der eigentlichen Heimat des Vereins.
Zur Fußball-WM 1974 wurde das Volksparkstadion modernisiert. Es bekam eine neue Gegentribüne, die moderner und größer war als die alte Haupttribüne. Und es gab jetzt eine Anzeigentafel. Die Laufbahn wurde erneuert durch eine Tartanbahn. Jetzt fasste das Stadion maximal 60.500 Zuschauer, oftmals durften wegen Auflagen des DFB oder der UEFA jedoch nur weniger Zuschauer hinein, um z.B. Platz zwischen gegenerischen Fanblöcken zu schaffen.
Die "harten" HSV-Fans trafen sich in der Westkurve, vor allem im Block E. Dieser Block war zuständig für die Stimmung. Naturgemäß konnte in dem weiten Oval jedoch fast nie richtig Stimmung aufkommen. Nur gelegentlich schafften es gegnerische Fans, sich von der Ostkurve aus Gehör zu verschaffen.
Der "kleine Nachbar" des HSV, Hans Pauli nutzte den Volkspark für einige Spiele in seiner ersten Bundesligasaison 1977/78 als Heimplatz. Aber natürlich dominierte hier klar der HSV, der zwischen etwa 1973 und 1987 zur deutschen Spitze gehörte. Unvergessen bleiben zahlreiche Europacupspiele wie das 5:1 gegen Real Madrid (nach 0:2 im Hinspiel) 1980.
1976 gab es in der Westkurve einen Unfall, als mehrere Fans die Stufen hinabstürzten. Ein Fan starb dabei an seinen Verletzungen. 1979 gab es eine Katastrophe, als bei der Meisterschaftsfeier des HSV tausende Fans aus der Westkurve versuchten, ins Innere des Stadions zu gelangen und dabei etliche Personen schwer verletzt wurden -- zum Glück gab es damals keine Toten zu beklagen.
Immer häufiger wurden seitdem die Klagen über den magelnden Komfort und die schlechte Sicht im Stadion. Mitte der 90er Jahre reifte deshalb die Idee, das Stadion umzubauen oder einen Neubau zu wagen. Hamburg brauchte für die geplante Bewerbung für die WM 2006 ein neues Stadion, und so rückten 1998 die Bagger an.
Der Neubau
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Nur wenige Tage nach dem letzten Meisterschaftsspiel der Saison 1997/98 wurde die Ostkurve abgerissen. Das Spielfeld wurde um 90° gedreht und die neue Haupttribüne gebaut. Im laufenden Spielbetrieb
wurden zunächst die Südtribüne abgerissen und ersetzt, dann waren Westkurve und Nordtribüne dran. Während des Umbaus stand zeitweilig nur Platz für 24.000 Zuschauer zur Verfügung. Für uns Fans war es
hochinteressant zu sehen, wie nach und nach der neue Fußballtempel entstand. Eine echte Meisterleistung der Ingenieurskunst war es, das Volksparkstadion auf diese Weise umzubauen. Bis die letzten
Dachteile montiert waren, vergingen fast drei Jahre.
Heute kann das Volksparkstadion 55.000 Zuschauern Platz bieten. Es gibt 45.000 Sitzplätze und 10.000 Stehplätze. Davon sind 9.000 im Unterrang der Nordtribüne, wo die HSV-Fans ihre neue Heimat haben, und 1.000 zwischen Süd- und Westtribüne für Gästefans. Die Stehplätze können durch einfaches Ausklappen von Sitzen umgerüstet werden, um die Bedingungen der UEFA oder FIFA für internationale Spiele zu erfüllen. Dann wird aus je zwei Stehplätzen ein Sitzplatz, so dass die Kapazität 50.000 Plätze beträgt.
Die Sicht, Beinfreiheit und der Komfort sind auf allen Plätzen ausgezeichnet. kommen und Wer einen Platz ganz oben im C-Rang hat, muss gut zu Fuß sein, denn es sind immerhin rund 50 Meter Höhenunterschied per Treppen zu überwinden.
Gastronomie
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In den Gängen hinter den Tribünen gibt es zahlreiche Restaurationsbetriebe, die für ausreichende Versorgung mit Speisen und Getränken sorgen. Die Preise sind irgendwo zwischen geht-noch und
unverschämt. (
Wer bereit ist, richtig tief in die Tasche zu greifen, kann sich einen "Business-Seat" gönnen. Erstens sind diese Plätze mit die besten im Stadion (im Unterrang der Osttribüne, Mitte), zweitens gibt es kostenlose Bewirtung vor, während und nach dem Spiel. Firmen können eine der Logen mieten. Diese bieten je 10 bis 30 Personen Platz und kosten pro Saison zurzeit zwischen 49.000 und 229.000 Euro. Dafür kann man die Loge dann auch einrichten, wie man möchte, und hat jederzeit Zutritt zum Stadion, etwa auch zu Konzerten u.ä. Es gibt lange Wartelisten für Logenplätze.
Prinzipielles
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Das Erlebnis eines Fußballspiels beim HSV hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Früher stand man in der Westkurve. Das war weit weg vom Spielfeld, und vor allem das Geschehen auf
der Ostseite war oft schwer zu erkennen ("Hast Du gesehen, wer das Tor gemacht hat?"). Bei Regen gab es endlose Diskussionen mit Vorderleuten, die ausladende Regenschirme aufspannten.
Stehplätze sind im neuen Stadion nicht im freien Verkauf, sondern durch Dauerkarten ausverkauft. Wer einmal eine Stehplatz-Dauerkarte hat, vererbt sie vielleicht, gibt sie aber bestimmt nicht wieder her. Sitzplätze sind jedoch natürlich nummeriert, und so ist eine spontane Verabredung unmöglich.
Die Preise sind viel höher geworden. Früher kostete der HSV zuletzt 180 DM pro Jahr für eine Stehplatz-Dauerkarte. Heute kosten Sitzplatz-Dauerkarten für Normalsterbliche (also die, die keinen Bock auf oder nicht das Geld für "Business-Seats" haben) 199 bis 525 Euro. Es gibt Ermäßigungen für Behinderte, Schüler, Studenten, und es gibt Kinder-Zusatzkarten.
Museum
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Das HSV-Museum ist Täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet und man kann für 6 Euro Eintritt (Kinder 4 Euro) dort hinein. Kombiniert mit einer Stadionführung kostet es 9 Euro Eintritt (Führung allein: 6
Euro).
Das Museum ist in mehrere Bereiche aufgeteilt. Nach Zutritt bekommt man eine kurze Video-Einweisung, eine Art Appetitanreger mit Filmausschnitten und mit einer Erklärung des Aufbaus des Museums.
Danach folgt die Geschichte des HSV mit Bildern vom Rothenbaum und vom alten Volksparkstadion. Dort gibt es kleine Schubladen, die man öffnen kann (und soll), Gucklöcher und vor allem Erinnerungsstücke aus der Zeit des alten Stadions. Original-Spielerspinde von Manni Kaltz, Kevin Keegan und Franz Beckenbauer. Jede Menge alter Eintrittskarten, die wohl Fans dort abgeliefert haben. Das Toupet von Charly Dörfel. Eine Tafel mit den Namen aller Spieler, die für den HSV spielten. Und mehrere Bildschirme, auf denen man sich Ausschnitte aus legendären Spielen ansehen kann.
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Danach kommt der Raum der Trophäen. In einer zentralen Vitrine sind Repliken der wichtigsten Pokale ausgestellt, die der HSV gewonnen hat. Das sind nicht wenige, und so ein Champions-League-Pokal macht schon etwas her.
Rundherum gibt es jede Menge nach Themen geordnete Schaukästen. Z.B. der HSV im UEFA-Cup, Meisterschaft 1979 und vieles andere. Selbst die Auseinandersetzung mit dem traurigsten Kapitel deutscher Geschichte wird immerhin angerissen. Zwei der besten HSVer der 30er Jahre spielen eine wichtige Rolle in dieser Geschichte: Tull Harder als KZ-Aufseher und Rudi Noack als Insasse eines anderen KZs, der von den nazis ermordet wurde.
Auch die anderen Sportarten, die im HSV betrieben wurden, kommen nicht zu kurz. Es gibt Schaukästen zu den Themen Handball (die frühen Jahre, also die 70er), Volleyball (mehrere Deutsche Meisterschaften in den 70ern und 80ern) oder Eishockey (2. Bundesliga bis in die 80er). Auch hier gibt es überall Filme oder Ausschnitte aus Reportagen, die man sich ansehen und anhören kann.
Ganz am Schluss gibt es einen großen Raum für Sonderausstellungen. Seit der Eröffnung gibt es hier eine Ausstellung über die beeindruckende Karriere von Uwe Seeler.
Stadionführung
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Wer noch nicht genug hat, kann täglich um 17 Uhr an einer Stadionführung teilnehmen. Für Gruppen ab 15 Personen können individuelle Termine vereinbart werden. Man bekommt einen Abriss über die
Geschichte des Stadions sowie Zahlen und Fakten über das neue Bauwerk. Man erfährt, dass es in Europa eine Handvoll 5-Sterne Arenen nach offizieller Einstufung der UEFA gibt. Diese sind: Stade de
France in Paris, San Siro in Mailand, Estadio Santiago Bernabeu in Madrid und Camp Nou in Barcelona, Old Trafford in Manchester (und demnächst das neue Wembley-Stadion in London), die Amsterdam-Arena
(das Stadion von Ajax) sowie die Schalke-Arena und die HSH Nordbank-Arena.
Man wird durch den Business Bereich geführt, darf in ein paar Logen gucken, geht durch die HSV-Umkleidekabine. Es geht noch durch die Duschen und schließlich bis an den grünen Rasen .
Fazit
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Das neue Stadion hat rund 100 Millionen Euro gekostet .Es ist eines der modernsten Stadien Europas, und es macht Spaß, darin ein tolles Spiel zu erleben. Der bisherige Höhepunkt im Neubau war
sicherlich das unvergessliche 4:4 in der Champions League gegen Juventus .









